Die Mauer: Das Symbol für das geteilte Deutschland
Ein unheimliches Stück Deutschland
Die Mauer in Berlin: Ein unheimlicher Ort. Ein weltberühmter Ort. Ein Ort der Stille. Der Totenstille. Eine riesige Leinwand für unzählige Künstler. Ein "Eiserner Vorhang", besungen in der Rockmusik von David Bowie, Lou Reed, Elvis Costello und Ideal. Und seit 12 Jahren ein vergessener Ort. So vergessen, dass jetzt offiziell Karten gedruckt werden mit dem Grenzverlauf. Nicht nur für Touristen, auch für Berliner.
Wir suchen an zwei Stellen nach Mauerresten. Zwischen dem Ostportal des Reichstages und dem früheren Reichspräsidentenpalais stehen heute schwarze Limousinen, betreten Abgeordnete und Minister den Deutschen Bundestag. Hier verlief die Mauer - und hier ist sie heute auch noch präsent. Der politische Ort macht die Erinnerung leicht.
Szenenwechsel. Der Mariannenplatz in Kreuzberg. Hinter der grünen Oase beginnt Friedrichshain, zwischen beiden Stadtteilen verlief die Mauer. Wer genau hinsieht, kann die Spuren der Mauer noch sehen. Straßen enden im Nichts, Fahrbahnbelege stoßen ungelenkt aufeinander, Häuserfluchten enden jäh.
Die Mauer: Ein Monument des Schreckens: 160 Kilometer Betonplatten mit Aufsatz, 172 Kilometer Postenweg, 190 Beobachtungstürme, 20 Kilometer Panzersperre. Heute ein Ort, an den man sich erinnern muss. Wirklich? "Ihr Deutschen", sagt vor dem Reichstag ein Amerikaner, "macht es euch immer so schwer. Vergesst die Mauer einfach, denkt an morgen". Wenn das so einfach wäre...